Wie wird man zur starken Marke im Boxsport - Digital Marketing Magazin

Wie man nach einem perfekten Produkt suchte und ein Geschäft mit Boxhandschuhen aufbaute. Geschichte von Ultimatum Boxing, einer starken Marke made in Russia.

(90)

Inhaltsverzeichnis:
      1. Der erste Teil, in dem ich mich frage, warum ich arbeite und mich nach der "Bewegung" sehne
      2. 6. Regel: Keine Hemden, keine Schuhe
      3. Die Initialzündung
      4. Der zweite Teil, in dem ich keine Pläne mache und nach Pakistan gehe
      5. Pakistan
      6. Der dritte Teil, in dem ich versuche herauszufinden, was einen guten Boxhandschuh ausmacht
      7. Härtetest mit Profiboxern
      8. Was macht einen guten Boxhandschuh aus?
      9. Der vierte Teil, in dem ich versuche die weltbeste Füllung für Boxhandschuhe zu kreieren
      10. Ein Team aus Experten
      11. Der fünfte Teil, in dem ich nach Sialkot zurückkehre und die Pakistaner durchdrehen
      12. Die erste Charge
      13. Der sechste Teil, in dem ich Geld zähle, dabei jedoch nichts verdiene
      14. Geschäftsangelegenheiten
      15. Finanzen
      16. Produkte
      17. Kurseinbruch bei der Währung schafft Probleme
      18. Der siebte Teil, in dem ich viel Geld verdiene und übermutig werde
      19. Garantiepolitik bei Boxausrüstung
      20. Ultimatum wird ein richtiges Unternehmen
      21. Der achte Teil, in dem ich hinter dem Tresen stehe, zu Box-Turnieren reise und fernsehe
      22. Der neunte Teil, in dem es mir an Ware mangelt, jedoch nicht an den Fehlern
      23. Expansion ins Ausland
      24. Mehr Vorbestellungen führen zu deutlich schlechteren Qualität
      25. Probleme bei der Produktion von Boxhandschuhen und Boxhelmen
      26. Wie funktioniert Logistik bei der Produktion vom Box Equipment
      27. Mit den besten Produktionsmaschinen der Welt die besten Boxhandschuhe der Welt herstellen
      28. Der zehnte Teil, in dem ich winzige Auflagen von witzigen Sachen produziere
      29. Managementfehler
      30. Der elfte Teil, in dem ich mich an Geometrie und Plotten erinnere. Die AirPads
      31. Der zwölfte Teil, in dem ich immer noch der Beste sein will
      32. Wachstum und Expansion auf ausländischen Märkten
Woche

(0)

Monat

(0)

Der erste Teil, in dem ich mich frage, warum ich arbeite und mich nach der "Bewegung" sehne

- Dad, du arbeitest also in einer Bank? In der aus Holz?

Es begann damit, dass ich meiner fünfjährigen Tochter nicht erklären konnte, wofür ich arbeite. Wir schreiben das Jahr 2011, ich bin 34 und Abteilungsleiter bei der Absolut Bank. Ich beschäftige mich mit Client-Technologien: Business Support, Entwicklung, Motivationssysteme, KPIs, Plänen und Budgets. Wie erklärt man das einem Kind?

Manager

Manager. Quelle: Andrea Piacquadio von Pexels

 

Sergey IvanyutinSergey Ivanyutin, der Gründer von Ultimatum Boxing erzählt:
Die Frage meiner Tochter kam damals zur richtigen Zeit und war für mich gewissermaßen auch ein wenig ein Weckruf für eine berufliche Veränderung, den meine Arbeit bei der Bank war gleichförmig. Der Gedanke reifte in mir, mit einem Geschäft ein wenig mehr hervorzustechen.

Meine Qualifikationen waren fundiert und breit angelegt. Meinen Abschluss habe ich an der Militäruniversität des Verteidigungsministeriums absolviert. Ich habe Japanisch gelernt und wollte der Beste sein - das war an sich schon motivierend.

Nach der Universität habe ich ein Jahr lang in der GRU-Zentrale in Polezhaevskaya gearbeitet. Als Kadett denkt man, man sei Jason Bourne, und dann ist man bereits auch für diesen Dienst viel unterzuordnen. Aber danach treten auch in diesem Job viel unnötiger Papierkram und überflüssige Bürokratie in den Vordergrund.

Nicht das, was ich erwartet hatte - es fehlte die Bewegung.

Nicht dass meine Erwartungen nicht ganz eingetreten wären, es war vielmehr ein gewisser Stillstand, der mich dann doch dazu veranlasst hat ins Bankenfach zu wechseln. Am Ende war das Ergebnis dieses Wechsels einfach der, dass ich mich noch wie in einem Räderwerk gefühlt habe.

Alte Boxhandschuhe

Alte Boxhandschuhe. Quelle: Pavel Danilyuk von Pexels

6. Regel: Keine Hemden, keine Schuhe

Ich habe wieder mit dem Boxen angefangen, um in Form zu kommen und mein Leben etwas mehr Würze zu verleihen. Davor hatte ich auf dem College ein wenig geboxt und mir manchmal Kämpfe im Fernsehen angesehen. Ein großer Fan war ich jedoch mit Sicherheit nicht.

Ein Teil meiner Kollegen aus der Bank und ich haben einen Trainer und eine Boxbude gefunden. Wir haben nicht an der Ausrüstung gespart und viele Handschuhe ausprobiert, aber wir waren nie ganz zufrieden. Mal schmerzten Finger nach dem Training, mal waren es die Knöchel.

Mit der Ausrüstung war das so, dass zwar alles ganz nett aussah, aber dennoch in Qualität und Funktion immer etwas nie perfekt waren. Die Taschen, die Jacken, die Rücksäcke - da macht man sich die Mühe. Bei den Boxhandschuhen drängte sich immer ein Gefühl auf, als seien sie aus Leder mit Reststücken verarbeitet gewesen.

Eines Tages traf ich mich mit einem alten Kunden von mir, einem Erfinder, Visionär und dem Mann von unbändiger Energie. Damals war er Mitinhaber von einer Sportkette und er entwarf viele Dinge selbst und wusste viel über die Ausrüstung.

Die Initialzündung

Ich habe ihm bei dem Treffen gefragt, ob er mir gute Boxhandschuhe empfehlen könnte. Er empfahl mir ein der mir schon bekannten Boxmarken und ich nicht gut geeignet fand. Er riet mir in diesem Gespräch, mit genau diesen Boxhandschuhen nach Pakistan zu gehen und dort eine verbesserte Version, ganz nach den eigenen Vorstellung produzieren zu lassen.
Ich könnte dann diese Boxhandschuhe für den eigenen Gebrauch nehmen und sie auch verkaufen. Das war das erste Mal in meinem Leben, dass mich eine geschäftliche und völlig pragmatische Herangehensweise völlig überrascht. Von ersten Moment an wusste ich, dass ich es so schaffen konnte.

Boxkampf. Pech mit dem Lederhelm. Quelle: Foto von cottonbro von Pexels

Pech mit dem Lederhelm

Standbild: die zweite Runde eines White-Collar-Boxwettbewerbs. Ich trage einen teuren Lederhelm. In der ersten Runde schwitze ich. In der zweiten verpasse ich einen Schlag und mein Helm dreht sich um 180 Grad. Ich kann nichts sehen und fange mir einen Schlag an den Kopf nach dem anderen ein, bis der Schiedsrichter eingreift.

 

Der zweite Teil, in dem ich keine Pläne mache und nach Pakistan gehe

Ich hatte keine Erfahrung mit einem eigenen Unternehmen, aber das Thema faszinierte mich. Nach Pakistan zu gehen, schien mir ein Abenteuer zu sein, das ich vermisst hatte. Damals dachte ich, ich finde ein paar gute Handschuhe, mache ein paar Repliken, bringe mein Logo an und verkaufe sie hier. Ich habe keine detaillierten Pläne gemacht. Bei der Bank habe ich Leute beraten, die ein Unternehmen von Grund auf aufgebaut haben.

In der Regel denken sie einfach: Wenn du eine Idee hast, dann geh und mach sie. Aber wenn man sich in Plänen vergräbt, alle Wahrscheinlichkeiten von Erfolg und Misserfolg abwägt, wird man einfach nicht von der Stelle kommen.

Ich nahm einen Privatkredit über 100.000 Dollar auf. Die Laufzeit betrug drei Jahre. Als Sicherheit konnte ich mein Gehalt vorweisen.

Ich habe mit Alibaba.com angefangen: Ich habe nach Lieferanten gesucht und in sechs Monaten mehr als hundert Fabriken durchforstet. Ich habe mit den Besitzern über Skype gesprochen und diejenigen aussortiert, die nicht gut Englisch sprachen. Am Ende habe ich eine Auswahlliste von 10 Unternehmen erstellt.

Ich glaube, 80 Prozent der Boxausrüstung auf der ganzen Welt kommt aus Sialkot.

Aber ich hatte keine Angst. Ich habe mich über die Stadt und die Einheimischen informiert. Ich war immer noch schockiert, als ich sah, wie die Menschen dort lebten: schmutzig, unhygienisch, die Straßen sahen erbärmlich aus, aber die Menschen lächelten.

Der Zeitplan sah 10 Treffen in drei Tagen vor. Was das Internet als "Fabrik" bezeichnete, konnte ein Keller gewesen sein, in dem bärtige Männer an Nähmaschinen nähten oder eine moderne Fabrik, alles war dort möglich.

Pakistan

In Pakistan arbeiten nur Männer, Frauen sitzen bei ihren Kindern und gehen auf den Markt.

Ein paar Auftragnehmer entpuppten sich als Mittelsmänner und gaben die Produktion eines anderen als ihre eigenen aus. Die großen Fabriken konnten mich nicht überzeugen, denn sie stellen Waren meistens exklusiv unter einer Marke her.

Mir wurde klar, dass ich ein flexibles, mittelständisches Unternehmen brauchen würde.

Eine Fabrik in Pakistan. Quelle: Photo by Muhammad Muzamil on Unsplash

Bist du verrück? Ein wildes Land

Ich bin über die Feiertage im Januar 2012 nach Sialkot, eine Industriestadt im nordöstlichen Pakistan, geflogen. Ich glaube, 80 Prozent der Boxausrüstung auf der ganzen Welt kommt von dort. Meine Freunde sagten: "Bist du verrückt? Es ist ein wildes Land, du kommst ins Gefängnis."

 

Ich kehrte mit zwei Ballen von Proben nach Moskau zurück. Ich fing an, in den Fitnessraum in der Nähe meines Hauses zu gehen. Jeden Tag mit einem neuen Paar Boxhandschuhen. Ich ging mit meinem Sparringpartner in den Ring, habe den Sandsack geschlagen... und merkte schnell, dass ich Schrott mitgebracht hatte. Sie waren gut genäht, aber unmöglich zu benutzen, geschweige denn zu verkaufen.

Ich habe Schrott mitgebracht. Gut genäht, aber unmöglich zu benutzen, geschweige denn zu verkaufen.

Nebel und Smog

Nebel und Smog. Quelle: Foto von Rubenstein Rebello von Pexels

Standbild: Abfahrt von Sialkot zum Flughafen. Es ist vier Uhr morgens, es ist dunkel, es ist neblig. Menschen tauchen aus dem Nebel auf und bewegen sich auf die Stadt zu und tasten sich gewissermaßen weiter. Ich frage: was ist das? Man erklärt mir: diese Leute gehen arbeiten. Die Bevölkerung ist hier im ganzen Bezirk verstreut und es gibt immer wieder Probleme mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Menschen legen mehrere zehn Kilometer pro Nacht zurück.

 

Der dritte Teil, in dem ich versuche herauszufinden, was einen guten Boxhandschuh ausmacht

Sergey IvanyutinVorerst dachte ich ziemlich naiv, dass man einfach keine gute und nicht extrem teure Ware produziert und verkauft. Ich wollte der Kerl sein, der das macht.

Nach Pakistan wurde mir klar, dass es sich bei den Produktionen, die ich mir angeschaut hatte, um unflexible Produktionen handelte, die einfach nur Massenware produzieren würden. Ich war bereit einen anderen Weg zu beschreiten, wollte aber nicht zu einem Tüftler werden, der sich über Wochen in die Garage zurückziehen würde, um etwas zu entwickeln.

Ich hatte noch nicht extrem viel Geld ausgegeben, alles konnte noch als kleineres Wagnis abgeschrieben werden. Vika, meine Frau, spielte eine entscheidende Rolle. Sie fragte: "Du machst aber jetzt keinen Rückzieher, oder?" In diesem Moment war der Groschen gefallen und ich begann mit Hochdruck am Ultimatum zu arbeiten.

"Du machst aber jetzt keinen Rückzieher, oder?"

Wenn man in einer Bank arbeiten, entwickelt man eine Projektmentalität. Nur weil man am Anfang etwas nicht weiß, heißt das nicht, dass man ein komplexes Problem nicht lösen kann. Alles, was es braucht, ist Zeit und ein systematisches Vorgehen. Die Herausforderung bestand also darin, einen coolen Boxhandschuh herzustellen. Zuerst musste ich herausfinden, was es genau war.

Zuerst musste ich herausfinden, was genau ein cooler Boxhandschuh war

Ich begann, Marken zu recherchieren. Ich las englische Ausrüstungsforen - tausende von Seiten von Sammlern, die jeweils hundert Paare hatten. Ich habe die Handschuhmodelle bestellt, die gute Bewertungen hatten.

Boxhandschuhe

Boxhandschuhe. Quelle: Aberro Creative from Pixabay

Härtetest mit Profiboxern

Es war sofort klar, dass der coolste Handschuh derjenige ist, der von einem Profiboxer getragen werden kann. Ich brauchte Anwender, die härter zuschlagen als ich und härter trainieren können. Ich begann, Sportler einzubeziehen. Der erste war der Profi-Boxer Kolya Potapov.

Er probierte verschiedene Handschuhe aus, schlug auf den Sandsack, und ich stand neben ihm. Ich hörte mir seine Eindrücke an und hielt für mich fest, was an dem Handschuh am wichtigsten war.

Was macht einen guten Boxhandschuh aus?

  • Konstruktion. Zuallererst ist es die Konstruktion. Ein richtig genähter und verstärkter Handschuh ermöglicht es Ihnen, Ihre Faust vollständig zu ballen. Der Daumen sollte problemlos seitlich eingeklemmt werden, die Faust sollte ein wenig aus dem Weg sein. Wenn die Faust nicht vollständig geschlossen wird, erhöht sich das Risiko eines Handbruchs.
  • Polsterung. Der zweite ist die Sicherheit und Haltbarkeit. Dies hängt direkt von der Polsterung ab. Die meisten Marken verwenden eine breite Palette von Materialien. Wie die, die man in einem Sofakissen vorfindet. Sie können Handschuhe für die leichtes und gelegentliches Training mit allerlei Materialien stopfen, da es eine einfache Belastung darstellt, jedoch nicht für Profis geeignet ist.
    Die Polsterung bröckelt, und in zwei Wochen schlägt der Profi praktisch mit der bloßen Faust zu. Würde so ein Boxhandschuh wenige Male für ein ernsthaftes Training und Kampf benutzt werden, dann würde er sich innerhalb kürzester Zeit in seine schlechten Bestandteile auflösen.

Ich habe alle mit Kolya getesteten Handschuhe geöffnet. Im Inneren befanden sich Latexschaum, Moosgummi - übliche Materialien ohne Veränderungen für das Boxen.

Das Ganze deprimierte mich nur und bestärkte mich aber darin, doch etwas Besseres finden zu können. Der Tag kam, als in ein paar japanische "Winning" Boxhandschuhe in den Händen halten durfte.

Ein Paar Winning's kostete $330 und wurde von Fachleuten sehr gelobt.

Ein Paar Winning's kostete $330 und wurde von Fachleuten sehr gelobt. Es stellte sich heraus, dass der Schaumstoff im Inneren eine ganz andere Qualität hatte - er riss nicht und verformte sich beim Aufprall nicht so offensichtlich. Ich beschloss, mir eine ebenso gute Polsterung wie die Japaner einfallen zu lassen.

Winning Boxhandschuhe

Winning Boxhandschuhe. Quelle: Amazon

Standbild: Bevor ich das Haus verlasse, bitte ich meine Frau Viktoria, diverse Boxforen durchzuforsten. Ihr Englisch ist sehr gut. Sie sammelte und analysierte Informationen. Sie war sehr unterstützend und wir waren als Partner ein ganz gutes Team im Boxgeschäft.

Der vierte Teil, in dem ich versuche die weltbeste Füllung für Boxhandschuhe zu kreieren

Gleich auf Anhieb das richtige Füllmaterial zu finden, war keine leichte Sache. Ich bin zu den Herstellern von Matratzen gegangen, aber sie haben nicht verstanden, was ich wollte oder wie man es machen kann.

Eigentlich war das nicht weiter verwunderlich, denn die Stoßdämpfung bei Matratzen ist eine völlig andere und auch das Absorbieren von Schlägen beim Boxen verhält sich anders.

Beste Boxhandschuhe. Quelle: Photo by Shaun Bell on Unsplash

Die weltbeste Füllung für Boxhandschuhe

Ich bin zu den Herstellern von Matratzen gegangen, aber sie haben nicht verstanden, was ich wollte oder wie man es machen kann. Eigentlich war das nicht weiter verwunderlich, denn die Stoßdämpfung bei Matratzen ist eine völlig andere und auch das Absorbieren von Schlägen beim Boxen verhält sich anders.

 

Hier die richtigen Parameter zu finden und gewissermaßen als Herstellervorgabe zu definieren, war die eigentliche Aufgabe, die das Jahr 2012 in Anspruch nahm. Das lief alles parallel zu meiner täglichen Arbeit - ich recherchierte im Internet Fachleute, sprach mit Herstellern und Sportlern.

Ein Team aus Experten

Es arbeiteten Fachleute aus drei Bereichen an der Aufgabe.

Der erste war ein Traumatologe. Er erklärte mir das ABC: wie die Hand aufgebaut ist, was die Gelenkkapseln sind und was der Knorpel macht. Er hat mir dann auch einen Haufen englischsprachiger Literatur über Boxverletzungen gezeigt. Ich verstand die Belastungen, die auf den Kopf, wo der Schlag ankommt, und auf die Faust, die ihn abgibt, einwirken.

Die nächste Frage, die sich mir stellte war, wie man diese Belastungen mit Boxhandschuhen und/oder einem Boxhelm reduzieren könnte.

Dabei halfen mir Mitarbeiter eines bekannten Ingenieurbüro "Laduga" in Odintsovo, Moskauer Gebiet. Sie lösen verschiedene ingenieurtechnische Aufgaben, unter anderem die Berechnung von Crashtest-Modellen bei "Lada". Bevor man einen Dummy in ein echtes Auto setzt und einen Unfall baut, wird die Situation am Computer simuliert.

Wir haben den Ausgangspunkt gewählt - die bloße Faust des Boxers prallt mit 11 Metern pro Sekunde auf den Kopf. Das Ergebnis einer solchen Kollision ist in unserem Modell mit hoher Wahrscheinlichkeit der Tod.

Wir wählten die mechanischen Eigenschaften der Polsterung zwischen Faust und Kopf - Festigkeitsgrad, Elastizität usw. und reduzierten die traumatische Wirkung um 70 Prozent. Wir haben gleich ein Modell für den Helm angefertigt.

Wir übten Schläge auf verschiedene Punkte - Stirn, Nase, Kiefer. Die Aufgabe bestand darin, die traumatische Belastung des Gehirns zu reduzieren, nicht nur die Oberfläche des Kopfes.

Die bloße Faust des Boxers prallt mit 11 Metern pro Sekunde auf den Kopf. Das Ergebnis einer solchen Kollision ist in unserem Modell mit hoher Wahrscheinlichkeit der Tod.

Ich schickte die Berechnungen an das Institut für hochmolekulare Verbindungen der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg. Die Aufgabe wurde von einem älteren Wissenschaftler behandelt.

Er konnte unsere Aufgabe nicht sofort lösen. Er sagte, dass wir zwei Arten von Schaumstoffen kombinieren müssen, um den Grad der Stoßdämpfung zu erreichen, den wir abgeleitet hatten.

Eine Lage auf der Innenseite, eine andere auf der Außenseite. Er erklärte die Eigenschaften von beiden. Damit konnten wir zu den Herstellern gehen.

Nahezu gleichzeitig mit den Ergebnissen erfuhr ich von einer Polymerschaum-Ausstellung in Moskau. Ich ging hin und stellte mich den Herstellern vor. Deutschen und Chinesen habe ich einen Musterauftrag erteilt, beide haben es in einem Monat geschafft, die Proben zu erstellen.

Beide Muster konnten beim anschließenden Materialtest die Anforderungen erfüllen.

Beim Preis lag der chinesische Anbieter preislich aber um 50 Prozent unter dem anderen Angebot, sodass wir uns letztendlich für diesen Hersteller entschieden.

Standbild: Viktoria und ich schauen sehnsüchtig auf die Seite freelance.ru. Noch eine Stunde bis zum Ende des Markennamen-Wettbewerbs, den wir initiiert haben. Am Ende hatte wir 50 Namen für unser Produkt und wir entschieden uns für Ultimatum, den wir bis heute als Markennamen in die Welt tragen.

Der fünfte Teil, in dem ich nach Sialkot zurückkehre und die Pakistaner durchdrehen

Das Design für den Boxhandschuh und den Boxhelm habe ich bei den Leuten vom russischen Zentralforschungsinstitut der Bekleidungsindustrie in Auftrag gegeben – das ist das Unternehmen, das auch Kleidung für Spezialeinheiten entworfen hat.

Innerhalb weniger Monate hatten sie Prototypen gebaut und den technologischen Prozess beschrieben. Es handelte sich um ein Handbuch mit Zeichnungen, Schablonen und einer Schritt-für-Schritt-Beschreibung, wie man Boxhandschuhe und Boxhelme produziert.

Schritt-für-Schritt Anleitung für Boxhandschuhe und Helme. Quelle: Image by DarkmoonArt_de from Pixabay

Eine Schritt-für-Schritt Beschreibung, wie man Boxhandschuhe und Helme produziert

Innerhalb weniger Monate hatten sie Prototypen gebaut und den technologischen Prozess beschrieben. Es handelte sich um ein Handbuch mit Zeichnungen, Schablonen und einer Schritt-für-Schritt-Beschreibung, wie man Boxhandschuhe und Helme produziert.

 

Ende 2012 hatte ich mein Budget ziemlich ausgedünnt, aber ich hatte immer noch Geld übrig, um meine erste Charge zu produzieren. Ich übersetzte den technischen Prozess ins Englische, nahm Prototypen des Handschuhs und des Helms mit und ging wieder nach Pakistan. Die Liste der potenziellen Partner wurde auf drei Fabriken reduziert. Ich habe ihnen gesagt, wie ich den Prozess sehe. Sie haben auf mich gehört und sind durchgedreht.

In Pakistan gibt es keine grundlegende Ausbildung in der Bekleidungsproduktion, und ich brachte Anweisungen von Leuten mit, die die gesamte Bekleidungsindustrie der UdSSR standardisiert hatten.

Ein Schneider stellt dort einen Handschuh von Anfang bis Ende zusammen - es ist quasi ein Atelierformat. Deshalb können zwei Handschuhe von verschiedenen Personen unterschiedlich sein, obwohl sie nach denselben Mustern gefertigt wurden. Es ist unmöglich, ein Massenprodukt in einem solchen Modus zu produzieren - weder in Bezug auf die Qualität, noch in Bezug auf die Geschwindigkeit.

In Pakistan gibt es keine grundlegende Ausbildung in der Bekleidungsproduktion, und ich brachte Anweisungen von Leuten mit, die die gesamte Bekleidungsindustrie der UdSSR standardisiert hatten.

Ich schlug vor, den Prozess in mehrere Arbeitsgänge für verschiedene Spezialisten aufzuteilen und sich in jeder Phase streng an die technischen Diagramme zu halten. Ursprünglich wollte ich die Risiken verteilen und mit mehreren Fabriken gleichzeitig arbeiten, aber mir wurde klar, dass ich mich für eine entscheiden musste.

Es war unrealistisch, drei Teams gleichzeitig neue Produktionsprinzipien beizubringen.

Ich begann mit dem Familienunternehmen zu arbeiten, das von den vier Ahmed-Brüdern geleitet wurde. Sie schätzten es, dass ich bereit war, zu investieren und ihr Produktionsniveau zu erhöhen. In den ersten sechs Monaten kam ich dreimal in die Fabrik - wir bauten alles nach der Fließmethode um. Ich habe mit dem Technologen und den Schneidern kommuniziert - eine ziemlich mühsame Aufgabe, denn fast niemand dort kann Englisch.

Die erste Charge

Für die Herstellung der ersten Charge wurden 40.000 Dollar benötigt. Wir haben Boxhandschuhe und einen Boxhelm vom mexikanischen Typ mit offenem Gesicht angefertigt. Die Handschuhe gab es in drei Farben - rot, weiß, und weiß-rot. Ich dachte, das traditionelle Schwarz sei langweilig und ich würde es nie benutzen.

Die Pakistaner wollten einen guten Eindruck machen und gaben bei den Proben ihr Bestes. Ich war zuversichtlich, dass die erste Charge gut abschneiden würde. Die erste Lieferung traf Anfang 2013 in Moskau ein - 1000 Paar Boxhandschuhe und 400 Boxhelme.

Wir hatten kein Lager. Wir mieteten eine City-Box und transportierten von dort aus alles nach Hause. Die ganze Wohnung war mit Kartons gefüllt. Meine Frau und ich überprüften jeden Handschuh und Helm - wir zogen sie an, schauten uns die Nähte an, Integrität, keine Verformung. Eine solche Prüfung jedes Stückes wird bei Ultimatum bis heute durchgeführt. Die Hälfte der ersten Charge erwies sich als für uns nicht brauchbar.

Feuer. Quelle: Foto von marco allasio von Pexels

Eine gute Lektion

Flashback: Ich verbrenne schlechte Boxhandschuhe und Boxhelme auf dem Schrottplatz, damit sie niemandem in die Hände fallen. Die meisten sind stabil, aber an den Nähten sehr schief. Es hat wunderbar gebrannt. Es war eine gute Lektion.

 

Der sechste Teil, in dem ich Geld zähle, dabei jedoch nichts verdiene

Ich habe gute Boxhandschuhe und Helme an Boxer und Trainer verschenkt. In der ersten Phase war es für mich wichtiger, den Markt zu durchdringen und nicht Geld zu verdienen. Ich hatte nicht die Absicht, alle Boxclubs in Moskau persönlich zu besuchen.

Alle paar Wochen ging ich in die Boxstudios, in denen einige meiner Freunde oder Trainer, die ich kannte, trainierten - ich sprach mit ihnen, zeigte ihnen die Ausrüstung und gab sie ihnen. Ich habe meine erste Website gemacht und meine Handynummer war darauf.

Manchmal riefen Boxer oder Trainer an, denen ich das Outfit präsentiert hatte. Ich führte lange Gespräche mit allen, die sich für mein Produkt interessierten, und ich habe viel über das Boxhandschuhdesign, Qualität und Produktion auf der Website veröffentlicht. Manchmal haben sich Sammler gemeldet, die sich für alles Neue interessieren.

Geschäftsangelegenheiten

Damals bestand die Firma nur aus meiner Frau und mir. Es gab keine Aufgabenteilung. Zu zweit haben wir alles gemacht: unsere Produkte auf Mängel geprüft, beraten, geliefert. Wir diskutierten das Für und Wider jeder Idee und trafen gemeinsam Entscheidungen.

Ich bin gut in finanziellen Berechnungen, Planung und Kalkulation. Sie hat einen besseren Sinn für Stil und Ästhetik. Wir ergänzen uns ganz gut: Victoria besteht in der Regel auf konservativeren Optionen, ich bin eher abenteuerlustig.

Finanzen

Die Verkäufe waren vereinzelt. In einem Monat haben wir 80 Tausend Rubel umgesetzt, was ein Erfolg war. Auf die ersten Modelle wurde mir eine lebenslange Garantie gewährt, was am Ende wohl auch Skeptiker überzeuge ein so neues und hochpreisiges Produkt zu erwerben.

Unser Garantieversprechen: "Leute, ihr wisst nicht, wer wir sind. Keine Sorge, was auch immer passiert, wir werden alles ersetzen".

Produkte

Jedes Produkt braucht Zeit, um von Anwendern getestet zu werden. Etwa drei Monate, nachdem ich mit der Ausgabe von Handschuhen begonnen hatte, wurde ein Fehler bei Klettverschlüssen aus Deutschland entdeckt.

Diese Verschlüsse waren extrem teuer und hielten perfekt, aber sie hatten eine Lebensdauer von 500-mal öffnen-schließen. Es war noch etwa die Hälfte der Handschuhe übrig, aber ich habe den Verkauf eingestellt und eine zweite Generation produziert. Dieses Mal habe ich mein Budget auf 20.000 Dollar begrenzt.

Ich musste mir weitere 70.000 Dollar leihen, um meine Experimente fortzusetzen. Die Produktion zog an, und die Ausschussrate sank auf 25-30 %. Wir ersetzten den Klettverschluss und ergänzten das Warensortiment: ein Tackle-Handschuh, ein Boxsack und Pratzen kamen hinzu.

An den ersten beiden Generationen habe ich fast nichts verdient, aber ich habe meine Fehler erkannt und die Nutzerreaktion gesehen. Ich habe neue Kunden, Clubs und Partnergeschäfte gefunden, die uns Produkte auf Provisionsbasis abgenommen haben. Im Dezember 2014 wollte ich gerade eine Bestellung für die nächste Charge aufgeben, als der Kurs des Rubels genau um die Hälfte einbrach.

Kurseinbruch bei der Währung schafft Probleme

Meine erste Neigung war es, abzuwarten, ob der Rubel stärker werden würde. Schließlich bezahle ich die Produktion in Dollar und verkaufe in Rubel. Aber mir war klar, dass, wenn ich es hinauszögere, nichts mehr zu verkaufen sein würde.

Ich habe eine Wette darauf abgeschlossen, dass die anderen Outfit-Verkäufer dem Impuls erliegen würden, nichts auszugeben. Ich vereinbarte mit den Lieferanten einen Zahlungsaufschub und verdreifachte das Volumen meiner Bestellung. Die Fabrik schickte das fertige Produkt Anfang 2015. Ich hatte zwei Tonnen Ausrüstung auf Lager, aber ich war mir nicht sicher, ob ich das Richtige getan hatte.

Säbel. Quelle: Image by MasterTux from Pixabay

Säbelspur auf der Stirn

Standbild: Ich kam morgens in die Bank, mit einer Spur auf der Stirn, als hätte man mich mit einem Säbel aufgeschlitzt. Die erste Charge der Helme hatte eine Naht in der Mitte des Futters. Ich habe jedes einzelne anprobiert. Wir haben das Problem in der zweiten Charge behoben.

 

Der siebte Teil, in dem ich viel Geld verdiene und übermutig werde

Zuerst habe ich mit Anwendern kommuniziert, die mein Produkt mochten. Dann wurde klar, dass es für die Entwicklung wichtiger ist, zu wissen, was diejenigen denken, die es nicht gekauft haben.

Vor der Veröffentlichung der dritten Generation von "Gen3Pro" sprach ich mit den Jungs in den Läden, die unsere Ausrüstung verkauften. Ich wollte herausfinden, was die Leute wollten, was sie nicht mochten und warum sie Ultimatum als Marke nicht annehmen wollten.

Bei der ersten und zweiten Generation habe ich mich auf die Funktionalität konzentriert, bei der dritten Generation auf die Ästhetik. Die Bündchen sind länger, der Klettverschluss breiter und die Nähte sauberer geworden. Eingehüllt in Designer-Futter.

Die auffälligste Änderung hat die Farbpalette betroffen. Ich habe erkannt, dass es dumm war, keine schwarze Ausrüstung anzubieten, weil 80% der Käufer das Box-Equipment ausschließlich in Schwarz wollten. Zur Basis des Sortiments wurde eine schwarz-grüne Farbpalette.

Gen3Pro enthielt Universalhandschuhe und Sparringhandschuhe, der mexikanische Boxhelm wurde durch einen Bumper-Helm ergänzt - mit Nasenschutz. Zusätzlich erschienen neuen Pfoten und Bandage.

80% der Käufer wollen das Box-Equipment ausschließlich in Schwarz

Garantiepolitik bei Boxausrüstung

Ich habe auch die Garantiepolitik formalisiert - ein Jahr auf alles. Das ist eine undenkbare Zeit für unsere Branche, denn wir verkaufen keine Taschen, sondern Handschuhe, mit denen die Leute auf Boxsäcke und aufeinander einschlagen.

Die längste Garantie, die ich auf dem russischen Markt kenne, beträgt 180 Tage. Dazu kommen diverse Hürden und Probleme wie eine längere Produktexpertise etc. Bei uns gibt es so etwas nicht: Sie zeigen eine Quittung oder einen anderen Kaufnachweis vor, und es werden keine Fragen gestellt, die Ware wird anstandslos umgetauscht.

Zunächst einmal ist die Garantie immer ein Feedback, der sehr nützlich ist, um den Lebenszyklus des Produkts zu sehen. Die meisten Kunden wollen auch kein Geld zurück, sondern einen ersatz.

Ich meine außerdem: Wenn man ein Problem mit meinem Produkt hat, ist das auschließlich mein Problem. Es spielt keine Rolle, wie intensiv das Produkt benutzt wurde. Es muss mindestens ein Jahr lang in einem professionellen Modus betrieben werden können. Das können unsere Kunden einfach erwarten.

Ultimatum wird ein richtiges Unternehmen

Meine Wette auf die Großbestellung Anfang 2015 ging auf. Meine Konkurrenten waren ausverkauft und ich war der Einzige, der Ausrüstung auf Lager hatte. Das war der Zeitpunkt, an dem die Entwicklung von Ultimatum als Unternehmen begann. Ich habe das Timing richtig eingeschätzt, ich habe nicht herumgeschummelt, ich habe das Lager mit Waren gefüllt, und die Leute kamen von selbst.

Time to say goodbye. Quelle: Image by Gerd Altmann from Pixabay

Kündigung

Ich setzte den Maßstab, dass ich, wenn die Einnahmen eine Million Rubel pro Monat erreichen, hauptberuflich zu Ultimatum Boxing wechseln würde. Ich hielt mich damit ein paar Monate zurück.

 

Meine Vorgesetzten wussten, was ich tat und behandelten es wohlwollend. Das Geschäft lief, aber in den letzten Monaten wurde ich ziemlich unverschämt und erschien höchstens eine Stunde am Tag im Büro. Meine Kollegen beschwerten sich über mich, und ich selbst ging mit einem Kündigungsschreiben zu meinem Chef.

Standbild: Frühjahr 2015. Sonnenschein auf dem Zwetnoj-Boulevard. Ich habe einfach die Kündigung geschrieben und bin aus dem Büro gegangen. Es fühlt sich an wie der Beginn des Erwachsenseins. Die Journalistin Lena Krauzova von Forbes ruft mich an: "Sergey, hallo! Ich möchte über Sie schreiben". An solche Zufälle glaube ich nicht.

Der achte Teil, in dem ich hinter dem Tresen stehe, zu Box-Turnieren reise und fernsehe

Ich habe es nie bereut, die Bank zu verlassen. Danach fragte ich mich, wie ich es geschafft habe, so lange das Firmenleben mit seinen Konventionen und bedeutungslosen Gesten überlebt hatte. Ich war gut darin, aber ich habe mich ständig selbst überwältigt.

Bei Ultimatum kann ich bis spät in die Nacht arbeiten, morgens früh aufstehen und spüre keinerlei Unbehagen. Motivation ist eine tolle Sache.

Motivation

Motivation ist eine tolle Sache. Quelle: Foto von Niko Twisty von Pexels

Ich bekam die Dinge besser in den Griff. Wir hatten bereits einen Mitarbeiter für die Materialprüfung vor dem Verkauf und ich habe noch jemanden eingestellt, für die Bearbeitung von Online-Bestellungen. Ein paar vielseitigere Mitarbeiter kamen hinzu - sie verkauften im Einzelhandel, nahmen das Telefon ab und korrespondierten mit den Kunden, verwalteten das Lager, kümmerten sich um SMM und Marketing.

Unsere ersten Räumlichkeiten entstanden 2015. Es war ein Ausstellungsraum, ein Lager und ein Büro zur gleichen Zeit. 30 Quadratmeter insgesamt. Später zogen wir um.

Ich stand oft hinter dem Tresen und sprach mit den Kunden. Zu vielen Trainer und Boxer hatte ich Kontakt. Schnell wurden Freundschaften geschmiedet. Irgendwann begannen die Leute, die auf mein Produkt gestoßen waren, zu schreiben und anzurufen um mich kennenzulernen. Außerdem fing ich an, zu Box-Turnieren zu gehen und dort Leute zu treffen.

Berühmte russische Boxer begannen mein Equipment zu benutzen: Dmitry Kudryashov, Alexei Papin, Sveta Kulakova, Eduard Troyanovsky, Dmitry Bivol, Ruslan Fifer, Georgy Chelokhsaev, Vladimir Myshev, Maxim Vlasov, und viele andere. Einige wurden zu Ultimatum Boxing-Botschaftern, obwohl ich mit niemandem einen Vertrag habe.

Ich begann auch mit Andrei "Bupas" Ivichuk zu arbeiten, einem bekannten russischen Boxcoach. Von allen Leuten, die ich kenne, kennt er sich am besten mit Boxausrüstung aus und gibt wahnsinnig viel Geld aus, um all die neuen Sachen auszuprobieren.

Ivichuk trainiert mehr als 20 Kämpfer und sein Fitnessstudio ist ein perfektes Testgelände. Unter seinen Anhängern sind viele Top-Kämpfer und Trainer aus der ganzen Welt. Viele erfuhren von Ultimatum Boxing zuerst über sein Instagram.

Viele Top-Kämpfer und Trainer aus der ganzen Welt erfuhren von Ultimatum Boxing zuerst über sein Instagram.

Ich arbeitete mit einigen russischen Vermarktern zusammen und machte meine erste Modifikation der Kampfhandschuhe speziell für die Undercards - Aufwärmkämpfe eines Boxabends. Ich stelle Trainingsequipment her und es ist nicht mein Ziel, dass meine Handschuhe in den Kämpfen eingesetzt wird. Aber vom Standpunkt des Marketings ist es cool, also habe ich sie umsonst verschenkt.

Aber vom Standpunkt des Marketings ist es cool, also habe ich sie umsonst verschenkt

Ultimatum Boxing Fernsehpremiere. Quelle: vc.ru

Fernsehenpremiere. Ein Moment des Triumphs

Im Dezember 2015 war die Premiere von Ultimatum im Bundesfernsehen. Zabit Samedovs Kampf gegen Paul Slowinski in Grozny. Zabit in rot, Slowinski in blau. Es sah auf dem Bildschirm großartig aus. Meine Freunde schickten Screenshots und gratulierten mir. Ein Moment des Triumphs.

 

Der neunte Teil, in dem es mir an Ware mangelt, jedoch nicht an den Fehlern

Ende 2017 bekamen wir ein Geschäft mit einer separaten Verkaufsfläche einen Steinwurf von der U-Bahn-Station Sukharevskaya entfernt. Alle Arten von Boxhelmen auf Schaufensterpuppenköpfen, Handschuh-Schönheiten in den Regalen - rot, gelb, grün, gold und viel schwarz.

Boxen im Fernsehen, Seile und Bandagen für die Hände, Pratzen für die Trainer, Scheren und Pflaster für die Crew-Spezialisten, die die Hände der Boxer abkleben und die Schnittwunden bei den Kämpfen bearbeiten.

Das Geschäft expandierte und die Rollen der Mitarbeiter wurden klarer. Victoria wurde in das Finanzcontrolling eingebunden, kontrollierte Zahlungen, verwaltete den Laden. Ende 2018 habe ich separate Manager für den Online-Shop und für den Verkauf in den Filialen eingestellt.

Expansion ins Ausland

Die englischsprachige Website ultimatumboxing.com und eine Seite auf Amazon gingen online. Meine Verkäufe auf ausländischen Märkten waren sporadisch, ähnlich wie bei den ersten Verkäufen in Russland, aber das Feedback war positiv.

Überall auf der Welt, selbst in Australien und Japan, haben sich begeisterte Kunden entdeckt. Bezogen auf den Umsatz sind es etwa 10 % - aber es ist klar, dass dies ein riesiges Potenzial ist, das es zu realisieren gilt.

Die Schneider der Gebrüder Ahmed begannen besser zu nähen als das alle anderen Fabriken in Sialkot konnten - die Ausschussquote lag bereits bei weniger als 10%. Unsere Unternehmen sind durch die Zusammenarbeit enorm gewachsen, und die Beziehung hat sich zu einer freundschaftlichen entwickelt. In Russland stieg die Nachfrage, im Einzelhandel und bei den Einzelhändlern, an.

Mehr Vorbestellungen führen zu deutlich schlechteren Qualität

Im Jahr 2016 habe ich aufgehört, Waren auf Provisionsbasis zu verkaufen: Jetzt würden die Partner Outfits nur noch gegen volle Bezahlung annehmen. Einige haben die Vorbestellung vollständig bezahlt. Ich erhielt Vorbestellungen im Wert von mehreren Millionen Rubel und erhöhte die Produktionsmengen in Pakistan.

Neue Mitarbeiter wurden dort für die Produktion eingestellt und die Qualität nahm deutlich ab.

Neue Mitarbeiter wurden dort für die Produktion eingestellt und die Qualität nahm deutlich ab. Das führte dazu, dass ich Vorbestellungen durch Waren ersetzten musste, mit denen einige Händler beliefert werden konnten.

Nähmaschine

Nähmaschine. Quelle: Thomas Wolter on Unsplash

Probleme bei der Produktion von Boxhandschuhen und Boxhelmen

Die Kunden waren von all dem wenig betroffen - die meisten Probleme werden bei der Inspektion vor dem Verkauf festgestellt. Und die Fehler, die bei der Inspektion nicht sichtbar sind, werden schnell aufgedeckt.

Der häufigste Fehler ist die schlechte Qualität der Nähte. Dem Schneider ist in der Mitte der Naht der Faden ausgegangen, und er näht sie nicht ganz neu, sondern setzt einen Riegel. An dieser Stelle wird die Naht sicher im ersten Monat aufgehen.

Der Defekt wird im Rahmen der Gewährleistung ausgetauscht, die Kosten von mir getragen. Ich behalte alle Fehler in Moskau im Auge; schlechte Handschuhe nach Sialkot zurückzuschicken ist teuer.

Wie funktioniert Logistik bei der Produktion vom Box Equipment

Unsere Logistik ist kompliziert. Um heute einen Handschuh in Moskau zu bekommen, muss ich sechs Monate im Voraus mit der Produktion beginnen. Folgendes muss geschehen:

Logistik Palette

Logistik. Quelle: Photo by Justus Menke on Unsplash

  • Die Herstellung vom Schaumstoff in China muss im Voraus bezahlt...
  • ... und der Schaumstoff nach Sialkot gebracht werden
  • vor vier Monaten müssen Klettverschlüsse und Zubehör in Malaysia...
  • und Leder in Pakistan bestellt werden
  • es dauert eineinhalb Monate für die Produktion...
  • ... und zwei Monate, bis die Ladung per Schiff in Moskau ankommt

 

Mit den besten Produktionsmaschinen der Welt die besten Boxhandschuhe der Welt herstellen

Ich habe beschlossen, das Produktionsvolumen in Pakistan schrittweise zu erhöhen und gleichzeitig eine eigene Produktion in Moskau aufzubauen.

Das wollte ich schon immer machen, denn das ideale Produkt braucht eine vollständige Kontrolle, die man aus der Ferne nicht erreichen kann. Meine Strategie war einfach: die besten Produktionsmaschinen der Welt kaufen, um darauf die besten Handschuhe der Welt herzustellen.

Das ideale Produkt braucht eine vollständige Kontrolle, die man aus der Ferne nicht erreichen kann

Standbild: Ich bin der einzige Europäer bei der Hochzeit von Tanveer Ahmeds mittlerem Bruder. Eine traditionelle Veranstaltung in einem großen Bankettsaal. Fünfhundert Gäste. Der Bräutigam, der die Braut direkt bei der Hochzeit zum ersten Mal live gesehen hat. Ich saß am gleichen Tisch wie Tanvir, sein Vater und seine Brüder.

Der zehnte Teil, in dem ich winzige Auflagen von witzigen Sachen produziere

Ich habe Nähmaschinen für 45.000 Euro von der deutschen Spitzenmarke Dürkopp Adler gekauft. Davor habe ich ein Jahr lang Gespräche mit den Verkäufern geführt. Das Geld dafür wurde aus den Gewinnen von Ultimatum Boxing entnommen.

Ich fand einen Technologen, der das Projekt leitete und damit begonnen hat, ein Team zusammenzustellen. Ich dachte, dass diese Maschinen gut ankommen würden, aber es stellte sich heraus, dass das Gegenteil der Fall war. Die Maschinen waren zu anspruchsvoll, und niemand wusste, wie man an ihnen arbeitet. Einige von ihnen haben keine Pendants, aber wie sich später herausstellte, können die meisten Arbeitsschritte auch auf billigeren chinesischen Maschinen durchgeführt werden - das Ergebnis blebt das gleiche.

Wir haben die Werkstatt in Russlan 2018 eröffnet. Wir richteten Vorräte ein, übten mit verschiedenen Produkten und schulten das Personal. Sagen wir, eine Näherin, die Taschen gemacht hat, kann nicht sofort anfangen, Handschuhe zu machen.

Einmal im Monat produzierten wir Kleinstauflagen von außergewöhnlichen Dingen, die zur Probe genäht wurden. Wir nähten verschiedene Arten von Boxsäcken, experimentierten mit Kampfhandschuhen.

Gemeinsam mit Andrei "Bupas" haben wir die Pratzen der "Bupas Edition" entwickelt. Sie waren leicht, passten gut zu den Händen und absorbierten die Energie der Schläge des Boxers, so dass sie die Gelenke des Trainers schonten. Sie erwiesen sich als qualitativ hochwertig, aber sehr teuer und schwierig in der Herstellung.

Managementfehler

Bis Ende 2019 hat der Technologe das Team auf 15 Personen erweitert. Die Kosten wurden beträchtlich und mussten mit den laufenden Produkten ausgeglichen werden. Exklusivangebote, so cool sie auch sind, sind kein Geschäft. Und dann geriet das ganze System ins Stocken. Mir wurde klar, dass ich einen Managementfehler gemacht hatte.

Standbild: Dmitry Kudryashov, ein K.o.-Künstler, schlägt einen "Chubby" - einen großen Sack mit 120 kg Gewicht. Der Boxsack ist mit Lumpen ausgestopft, auf der gelb-grünen Oberfläche mehrere Inschriften aus Bupas - "Ohne Schutz bist du ein Stumpf", "Wer pisst, der geht zugrunde", "Wer schlagen will, muss schlagen".

Der elfte Teil, in dem ich mich an Geometrie und Plotten erinnere. Die AirPads

Ich habe den Fehler gemacht zu denken, dass es ausreicht, dem Technologen ein Ziel vorzugeben und Bedingungen zu schaffen. Ich habe ihm anfangs ein Ziel für die Serienproduktion gesetzt, aber ich habe keine Deadline festgelegt und mich praktisch nicht eingemischt.

Er schuf kein Produktionssystem, sondern ein Atelier, eine individuelle Schneiderei, in der sich alles um einen Obermeister dreht.

Es gab keine unabhängigen Spezialisten und keine Dokumentation. Die Stimmung in der Mannschaft war auch nicht toll. Wie auch immer, unsere Wege trennten sich. Ich habe die Aufgabe übernommen, das erste Serienprodukt, die AirPads, zu entwerfen und die Produktion selbst zu organisieren.

Die "AirPads" wurden zu einem Upgrade der "Bupas Edition" Pfoten. Ich beschloss, ein Massenprodukt herzustellen. Wir haben auf künstliches Material zurückgegriffen, um die Kosten niedrig zu halten.

"Winnings" stellt die meisten seiner Geräte auch aus Kunstleder her. Ich zeichnete die Skizzen, baute die Struktur, zeichnete die Details und Schablonen in AutoCAD. Es ist gar nicht so schwer, wenn man minimale Kenntnisse in Geometrie und Zeichnen hat.

Wir haben ein paar Muster genäht, sie mit Bupas getestet, einige Details verbessert und los ging es. Wir haben es in drei Monaten geschafft. Die Produktion war schwierig.

Ich erfuhr erst später, dass unsere Mitarbeiter 10 bis 12 Stunden pro Woche mehr arbeiteten, um die Produktion zu schaffen. Die unterschiedliche Qualifikation der Personen im Team war ein Hindernis. Die erste Version bestand aus 150 Paaren - das schien damals eine Menge zu sein.

Die Leute kauften aktiv und beantragten dann ebenso aktiv die Garantie. Das Design war erfolgreich, aber das Leder wurde nach zwei Monaten des Gebrauchs rissig. Ich hatte das Material nicht auf Haltbarkeit getestet. Ich wusste, dass dies den gewöhnlichen Standards entsprach, aber ich war in Eile und ignorierte den entscheidenden Punkt.

Einige Kunden haben Ware viermal wechseln müssen. Nur sehr wenige von ihnen baten um eine Rückerstattung. Im Jahr 2020 kaufte ich eine Maschine, mit der man Reißfestigkeitsproben durchführen konnte, testete Proben, gab der Produktion Anweisungen, wie Materialien zu testen sind.

Wir brachten die Pads im Juni wieder auf den Markt und verkauften innerhalb von sechs Monaten 1000 Paar - die AirPads eroberten den Markt und wurden zum Aushängeschild von Ultimatum.

Wir liefern sie in ganz Russland, aber auch nach Las Vegas, New Jersey, Singapur, Doha, Liverpool, Seoul, Asturien, Johannesburg, Stockholm, Victoria in Australien und in Dutzende anderer Städte.

Amerikanische Trainer schreiben: "Jetzt verstehe ich, warum Sie gelobt werden", "Ich lege Winning's Pratzen beiseite". Und der ehemalige Tyson-Gegner Francois Botha hat mehrere davon für sein Fitnessstudio in Südafrika bestellt.

Standbild: Foto von zerfledderten AirPads des amerikanischen Trainers. Und er ist glücklich darüber. Er berichtet, dass die Pfoten neun Monate und tausend Runden gehalten haben - besser als alles, was er bisher hatte. MMA-Kämpfer schlugen nicht nur mit Fäusten zu, sondern auch mit Beinen, Ellbogen und Knien. Ich schaue rüber und stelle fest, dass es sich um die erste Generation handelt, die ich bereits abgeschrieben habe. Ich antwortete, dass sie ein Jahr halten sollten, fragte ihn welche Farbe ihm gefällt, und schickte ihm neue zu.

Erfolg. Quelle: Free-Photos from Pixabay

Erfolg. Die AirPads erobern den Markt

Wir brachten die Pads im Juni wieder auf den Markt und verkauften innerhalb von sechs Monaten 1000 Paar - die AirPads eroberten den Markt und wurden zum Aushängeschild von Ultimatum. Wir liefern sie in ganz Russland, aber auch nach Las Vegas, New Jersey, Singapur, Doha, Liverpool, Seoul, Asturien, Johannesburg, Stockholm, Victoria in Australien und in Dutzende anderer Städte.

 

Der zwölfte Teil, in dem ich immer noch der Beste sein will

Sergey Ivanyutin Das Unternehmen wächst weiter. Stand Ende 2020: wir verkaufen 600 Paar Boxhandschuhe, 300 Boxhelme, 300 Paar Pratzen und 50 Boxsäcke pro Monat. Ultimatum Boxing beschäftigt 34 Mitarbeiter. Zweiundzwanzig davon sind in Produktion, acht im Marketing- und Vertriebsteam, zwei im Lager beschäftig. Und noch zwei arbeiten in der Verwaltung, das sind ich und meine Frau.

Ultimatum Fighting Boxausrüstung Fabrik in Sialkot

Ultimatum Fighting Boxausrüstung Fabrik in Sialkot. Quelle: vc.ru

Im Jahr 2021 wollen wir die Produktion von Handschuhen und Helmen in Moskau aufbauen. Dies ist ein neues Produkt für das Moskauer Team, daher brauchen wir eine Anpassung. Das Team vergrößert sich, und die Neulinge fangen mit etwas Einfachem an - Schlägerpfoten, Boxsäck eund Taschen. Und nach und nach kommen sie zum schwierigsten Teil - Boxhandschuhe und Boxhelme.

Wachstum und Expansion auf ausländischen Märkten

Ich habe das Potenzial des russischen Marktes in meinem Segment so gut wie ausgeschöpft. Was gibt es zum Wachsen? Durch den Einstieg in andere Preissegmente und die Erweiterung des Sortiments über reine Sportartikel hinaus.

Das globale Ziel ist es, Ultimatum zu einem One-Stop-Shop zu machen, in dem man alles kaufen kann, was ein Boxer, Trainer oder ein Cutman oder ein Crew-Spezialist braucht. Wir versuchen es mit Kleidung, wir haben eine Taschenlinie auf den Markt gebracht, und das Projekt umfasst die Produktion von qualitativ hochwertigen Boxshirts.

Wir wollen mehr in den globalen Markt einsteigen, das ist ein unvermeidlicher Prozess - es ist klar, dass uns kein Weg dran vorbei führt.

Ich bin Chef der Firma und bekomme immer noch Anrufe von Käufern der ersten Charge. Es geht nicht nur um Kommerz, es geht um Selbstrealisierung. Ich würde denjenigen zustimmen, die sagen, dass es im Geschäft um Geld geht und nicht um Ehrgeiz. Aber das reine Geldverdienen motiviert mich nicht. Mein innerer Antrieb ist es, der Beste zu sein in dem, was ich tue.

Folgen Sie uns!