WhatsApp. Der Messenger mit null Marketing-Budget, aber 100 Prozent Erfolg!
Der Messenger WhatsApp ist ein Phänomen. Gut, sie waren einer der Ersten, die mit einem kostenlosen und werbefreien Nachrichtenmessenger auf den Markt kamen, das zu einer Zeit als alle Welt noch SMS geschrieben hat. Das hat WhatsApp mit Sicherheit einiges an Vorsprung gegeben.

Die Zeiten sind längst vorbei und Messenger haben der guten, alten SMS den Rang abgelaufen. Aber was hat WhatsApp zu einer solchen Erfolgsgeschichte gemacht? Am großen Marketingbudget kann es nicht gelegen haben, denn das war und ist gleich null.

Der Marketingspezialist Morgan Brown hat versucht der Sache mal auf den Grund zu gehen und das Geheimnis des Erfolges von WhatsApp ein wenig zu lüften.

Whatsapp Smartphone

Whatsapp Smartphone. flickr / portal gda / CC BY 2.0

 

WhatsApp

WhatsApp entstand im April 2009 und wurde in der Programmiersprache "Erlang" erstellt. Schon zu Beginn an verstand sich der Messenger als Alternative zu SMS und MMS, weil sie völlig unabhängig vom Mobilfunkbetreiber funktioniert und die Funktionen der SMS und MMS in einer zusammenfasst.

Von Beginn an hatte man sich bei WhatsApp entschieden, den Messenger kostenlos anzubieten, um so einen schnellen Verbreitungsgrad und Akzeptanz zu erreichen. Einmal einen festen Nutzerkreis erschlossen, sollte eine geringe Jahresgebühr entrichtet werden. Wie die Situation heute zeigt, ist dieser Plan aufgegangen.

WhatsApp-Zombie

WhatsApp-Zombie. flickr / elkokoparrilla / CC BY 2.0

 

Heute ist kaum ein WhatsApp-User bereit auf den Service zu verzichten, da im Freundeskreis sehr viele den Messenger nutzen. Gerne war man bereit den geringen Beitrag von 0,99 US-Dollar zu entrichten (als es den noch gab). So mit Kapital ausgestattet, konnte auf Werbeplatz verzichten werden.

WhatsApp-Gründer Jan Koum hat oft gesagt, dass er "nur ein Projekt machen will, das aber perfekt" und der Schlüssel dazu ist WhatsApp geworden, das einfach, dennoch höchst funktional ist. Das hat er geschafft.

Die Anfänge 2009

Jan Koum hatte einen Freund seit den späten 90er Jahren, Brian Acton, der von der Idee WhatsApp begeistert war, 250.000 US-Dollar als Start-Kapital für das Unternehmen sammelte und sich fortan zu den Mitbegründern des Projektes zählen durfte. Als die App begann sich zu entwickeln, waren Koum und Acton erstaunt, wie viel Aufmerksamkeit von den potenziellen Kapitalgeber kam. Die beiden wollten aber zuerst alles selber machen.

Die Gründer wollten ein starkes Kommunikationsmittel erstellen, das frei von Werbung ist, und es schien ihnen, wenn sie das vorgeschlagene Venture Kapital akzeptieren sollten, werden sie Kompromisse machen müssen.

Jim Goetz, Sequoia Capital Jim Goetz von Sequoia Capital wollte jedoch nicht aufgeben und arbeitete viele Monate um ein Treffen mit Koum oder Acton zu arrangieren. Sequoia Capital stieg im April 2011 schließlich nach zähen Verhandlungen und einem Versprechen, dass WhatsApp werbefrei bleibt, mit 8 Millionen US-Dollar ein.

Im November 2011 war WhatsApp bereits die Nummer 1 App unter sozialen Apps auf iOS und auf Android belief sich die Nutzerzahl auf 10 Millionen. Im Juli 2013 stieg Sequoia erneut mit 50 Millionen US-Dollar ein.

Jedoch schlug im Februar 2014 eine Nachricht ein wie eine Bombe und versetzte die ganze Branche in Erstaunen. Facebook kauft WhatsApp. Dabei war der eigentliche Umstand des Kaufs nicht das, was so erstaunlich war. Nein, die Kaufsumme von 19 Milliarden US-Dollar war der Auslöser. Dieser Deal setzt einmal mehr neue Maßstäbe im Poker der Unternehmensübernahmen.

WhatsApp Zahlen. flickr / Jordi Coromines / CC BY 2.0

Die Zahlen sprechen für sich

Bei der positiven Bilanz und Unternehmenszahlen konnte sich ein auch noch so besonnener Mark Zuckerberg wohl nicht mehr zurückhalten. 50 Milliarden Nachrichten werden weltweit pro Tag über WhatsApp verschickt. Mittlerweile sind es mehr als eine Milliarde Nutzer und täglich kommen in etwa eine Million neue hinzu. WhatsApp schaffte es, die teure SMS zu ersetzen!

 

Früher Strategiewechsel

Was ist das Geheimnis des Wachstums von WhatsApp? Schnell hatte das Kind einen Namen.
Jan Koum "Am Anfang stand die Idee zum Projekt und auch die konkrete Ausrichtung des neuen Messengers. Ein Name war schnell in WhatsApp gefunden, der die Assoziation zu "What's up" ("Was geht ab" oder "Wie gehts?") bildet. Bereits eine Woche später, am 24. Februar habe ich den Firmennamen WhatsApp Inc. registriert, das war genau an meinem Geburtstag", so Jan Koum.

WhatsApp war aber nicht immer ein Messenger. Nachdem Koum Anrufe verpassen musste, weil in seiner Turnhalle die Nutzung von Telefonen nicht erlaubt war, kam die Idee des mobilen Adressbuchs auf, die den Status aller Kontakte zeigen würde. So könnten die Freunde sehen, ob man verfügbar ist, oder sich in der Fitness Studio oder einer Tagung befindet, ob der Akku des Telefons fast leer ist und so weiter.

Die ersten Tests des Messengers

Die ersten Nutzer von WhatsApp waren die Gäste seines Freundes Alex Fishman, der regelmäßig Kinoabende für die russischsprachige Community in seinem Haus in San Jose gegeben hatte. Die ersten Probleme und Fehler der App wurden von dieser Testgruppe gefunden und von Koum verbessert.

Dabei war in der frühen Phase nicht alles so rosig, wie es im Rückblick erscheinen mag. Koum war phasenweise auch nicht vollends sicher und stand vor der Entscheidung das Projekt einzustampfen. Acton war der Freund, der Überzeugungsarbeit geleistet hat. Zu diesem Zeitpunkt stand eine Unternehmensbeteiligung von Acton noch gar nicht zur Disposition.

Brian Acton "Du bist ein Idiot, wenn Du jetzt das Projekt aufgibst. Warte noch ein paar Monate ab", beteuerte Acton gegenüber seinem Freund Koum.

Bald startete Apple mit Push-Benachrichtigungen, die Koum in WhatsApp eingebaut hat. Die neue Version der App informierte alle Mitglieder der Kontaktliste per Push-Benachrichtigungen, wenn die Benutzer den Status änderten. Benutzer mochten diese Funktion sehr und haben begonnen sich gegenseitig Mitteilungen über die App zu schicken. Koum ist hier klar geworden, dass er ganz zufällig einen mobilen Messenger realisiert hat.

Koum hat die Chancen genutzt und veröffentlichte WhatsApp 2.0, das bereits mehr Funktionen in Sendung von Nachrichten hatte. Aus einem kleinen Haufen von Leuten wurden plötzlich 250.000 Nutzer, was beweist, dass Acton richtig lag und Koum auf dem richtigen Weg war.

Eine bessere und günstigere Alternative zu SMS und MMS-Nachrichten

Mit einer Funktionalität verschaffte sich WhatsApp von Anfang an einen Vorsprung gegenüber allen bisherigen Kommunikationsformen, die annähernd vergleichbar gewesen wären. Der Zugriff auf die Kontaktliste und Telefonlisten aller Freunde, war bis dato eine Funktion, die es in dieser Form nicht gab, aber dafür sorgte, dass sich der Messenger schnell innerhalb der Freundeskreise verbreitete.

Ein Aspekt, den Branchenkenner unisono für den Erfolg von WhatsApp verantwortlich machen ist der, dass es sich beim Messenger um eine nahezu kostenfreie Alternative zu kostenpflichtigen SMS und MMS handelt. Auf Seiten der Mobilfunkanbieter wurde man vom Erfolg solcher Messenger förmlich überrollt, so dass man sich selbst auf diese Situation nicht einstellen konnte.

WhatApp stützte sich auf 2G und 3G Technologie. Gerade in Ländern, in denen es nicht die beste Netzabdeckung der Mobilfunkanbieter gab, wurde teilweise das Versenden von SMS beschränkt. Zum Beispiel in Singapur wurden einigen Benutzern nicht erlaubt, mehr als 100 SMS pro Monat zu senden, während in Indien die Regierung die Anzahl der Nachrichten an Feiertagen auf bis zu 10 pro Tag begrenzt hat. WhatsApp war und ist hier eine geeignete Alternative. Das trug alles maßgeblich zur starken Verbreitung bei.

WhatsApp Nutzer

WhatsApp Nutzer. flickr / Roel Wijnants / CC BY 2.0

 

In den Augen der Nutzer war WhatsApp von Beginn an ein interessanter Dienst, der neben den reinen Textnachrichten auch in der Lage war Audio- und Videodateien zu verschicken, aber auch über Funktionen wie Gruppenchat verfügte. Im Vergleich zu anderen Angeboten, für die höhere Kosten oder Abos fällig waren, hatte das zunächst kostenfreie Angebot in der Gunst der Nutzer einen Vorsprung.

Die Registrierung ließ sich mit vergleichsweise wenig Aufwand durchführen. Während bei der Konkurrenz noch Daten, Benutzernamen und Kennwort umständlich angefordert werden musste, reichte bei WhatsApp eine einfache Bestätigung der Telefonnummer. In der Telefonbuchfunktion konnte man bei WhatsApp sehen, wer seiner Kontakte bereits über WhatsApp verfügte. Weiterhin konnte man Freunde per Klick auf einen Button zu WhatsApp einladen.

Dabei funktionierte der Messenger völlig plattformübergreifend, ob nun auf Android, iPhone oder Blackberry. Blackberry und Apple hatten seine eigene SMS-Nachrichten als Alternative, sie konnten aber nicht die Nachrichten auf Geräte anderer Plattformen versenden. Obwohl "BBM" von Blackberry und Apples "iMessage" seine eigenen SMS-Alternativen im Angebot hatten, haben sie nicht geräte- und plattformübergreifend funktioniert. Und das war das Schlüssel zum Erfolg für WhatsApp.

"Keine Werbung! Keine Spiele! Keine Tricks!"

Unternehmensphilosophie bei WhatsApp

Die Richtung war von Anfang an klar. Egal was auch kommt, man wollte den Messenger werbefrei halten und sich auch in dieser Weise deutlich von anderen Angeboten abheben, die eine Rückfinanzierung in Werbung oder dem Verkauf von Spielen sahen. Ob da schon die Strategie verfolgt wurde, nach genügend registrierten Mitgliedern, mit einer Bezahlversion nachzufolgen, ist zu diesem frühen Zeitpunkt vielleicht auch noch nicht so ganz klar. Ganz klar und für alle sichtbar hing über dem Schreibtisch von Koum der Satz: "Keine Werbung! Keine Spiele! Keine Tricks!"

WhatsApp Smartphone

WhatsApp Smartphone. flickr / Yufu Lin / CC BY 2.0

 

Eine andere Komponente des Erfolgs ist eine schlanke Struktur der Firma. Trotz der großen Kundenbasis und die Übertragung von fast 50 Millionen Nachrichten pro Tag zum Zeitpunkt des Kaufs des Unternehmens von Facebook, arbeiteten insgesamt 55 Mitarbeiter bei WhatsApp, von denen 32 Ingenieure waren.

Die Monetarisierung – ein Husarenstück

Sieht man vielleicht mal von dem Umstand ab, dass sich WhatsApp nach einen Jahr in der Gratisversion nicht mehr nutzen lässt und man die Bezahlversion herunterladen muss und wenn das nicht als Trick bezeichnet werden kann, dann haben sich die Mannen um WhatsApp an ihre auferlegte Selbstbeschränkung gehalten. Vielleicht sollte man anstatt Trick vielleicht Husarenstück sagen, denn was Koum und Acton in Sachen Rückfinanzierung gelang, glich im Bereich der Messenger einem Novum und lässt sich vielleicht in der Form nicht auf Vergleichsangebote anwenden.

Jan Koum In einem Interview mit der Fast Company erklärt Koum die Unternehmensphilosophie so:
"Ich denke, dass Smartphones zu einer der persönlichsten Dinge überhaupt zählen und dort Werbung zu platzieren hielten wir schon immer für unangemessen".

2011 gab es ein Dutzend von direkten Konkurrenten, und alle hatten auf Werbung gesetzt. Jan Koum und Brian Acton ignorierten sämtliche Ratschläge und Angebote zur Werbefinanzierung und setzten ihren Kurs genau entgegengesetzt zum Mainstream fort. Gerade deshalb sehen Koum und Acton in diesem Weg ihren Erfolg begründet. In ihren Augen konnte sich auch nur werbefrei das Produkt so stark viral verbreiten.

Die Firma hat mit der kostenpflichtigen Mitgliedschaft in den letzten Jahren etwas experimentiert, um den Wachstumsrate zu testen und gleichzeitig die Kosten zu decken.

Genauso wie die Haltung zu Werbung, die Entscheidung von der WhatsApp Gründer eine Gebühr für die Nutzung des Apps zu implementieren, trotz der großen Anzahl von kostenlosen Alternativen, ist sehr überraschend. Allerdings war die Einführung eines bezahlten Geschäftsmodells ein wichtiger Schritt für das Wachstum von WhatsApp. Zudem: wenn der Benutzer für die App bezahlt hat, wird er es sicher auch benutzen und seine Freunde einladen.

In die letzten ein paar Jahren wurde WhatsApp wieder kostenlos, aber es war vor kurzem angekündigt, dass da bald wieder eine Gebühr oder etwas Vergleichbares eingeführt wird.

Verwenden des bestehenden Netzwerkes

Steve Case Den Erfolg von WhatsApp erklärt AOL-Mitbegründer Steve Case: "Als wir AOL ins Leben gerufen haben, waren nur rund drei Prozent der Bevölkerung überhaupt online und das auch nur in einer Stunde pro Woche. Aufgrund der raschen Verbreitung des Internets, standen wir vor einer neuen Situation. Jetzt befinden sich rund 2,5 Milliarden Menschen jeden Tag online, deswegen ist es heutzutage möglich geworden ein Wachstum von 0 bis 450 Millionen User innerhalb von vier Jahre zu realisieren."

Ohne Zweifel kann man den Erfolg von WhatsApp zu einen bestimmten Teil auch dem Umstand zurechnen, dass sich gerade im Bereich der Smartphones und mobilen Endgeräte so eine Entwicklung eingesetzt hat und Internetflatrates mittlerweile Gang und Gäbe sind. Dank der Smartphones, die Internetzugang haben, wurde WhatsApp als SMS Alternative richtig interessant.

Wachstum

Wachstum. flickr / Ted McGrath / CC BY 2.0

 

Das explosive Wachstum

Es besteht kein Zweifel daran, dass alle Umstände für das explosive Wachstum von WhatsApp sehr günstig waren. Zunächst einmal hat sich das Wachstum dank einer großen Anzahl von Smartphones, die bereits im Gebrauch waren, möglich gemacht. Sich stützend auf der bereits existierenden Infrastruktur (Angebote für das mobile Internet über Datenpakete haben sich ziemlich schnell zu einer von den Mobilfunk-Dienstleistern zur Verfügung gestellten Leistung im Gesamtpaket gemacht), konnte das Unternehmen schnell wachsen und ohne zusätzliche Kosten vollständig alle Ressourcen nutzen, um die beste Erfahrung und Interaktion zu schaffen.

Koum und Acton erkannten von Anfang an die Korrelation zwischen einer möglichst großen Nutzeranzahl und dem Gesamterfolg des Unternehmens. Daher haben sie sofort begonnen, WhatsApp für eine möglichst große Anzahl von Geräten und auch plattformübergreifend, also für eine möglichst große Anzahl der Betriebssysteme, zu entwickeln.

In einer Zeit, wo viele Apps nur für die iPhone-Besitzer entwickelt werden, und zwar nur für die neuesten Versionen des iPhones, hat WhatsApp einen anderen Ansatz gewählt. Breite Abdeckung, breites Auditorium und die allgemeine praktische Anwendung - das war das Ziel des Unternehmens.

WhatsApp

WhatsApp. flickr / portal gda / CC BY 2.0

 

Global denken

In der Absicht seine Märkte zu erweitern, dachte man bei WhatsApp auch an die Länder, in denen es noch keine breite Abdeckung mit Smartphones gab und die Bevölkerung nur über Handy mit Grundfunktionen verfügte.

Jan Koum "Es ist bemerkenswert, dass gerade in den Schwellenländern, in denen überwiegend die ältesten und billigsten Telefone benutzt wurden, es aber zu einer flächendeckenden Verbreitung unseres Messengers gekommen ist. Über eine plattformübergreifende Version von WhatsApp, die auch auf alten Handys dargestellt werden konnte, gelang uns schnell der Einstieg in die internationalen Märkte. Unser Ziel war es ein hochwertiges Produkt zu bieten, das überall verwendet werden konnte. Nichts anderes war uns so wichtig", sagte Koum.

Firmengründer Koum, der aus der Ukraine stammte und dessen Kommunikation mit Freunden und Familie teils schwierig war, kannte die Problematik und hat es mit WhatsApp perfekt verstanden diese Lücke zu schließen.

In der Praxis ist dieser Grundgedanke des Kommunizierens und Austauschens sehr effektiv. Beispielsweise schrieb eine Engländerin dem Unternehmen, dass sie in ihrer täglichen Arbeit Fotos, Videos und Berichte eines humanitären Projektes an Kollegen schickt. Ärzte berichten darüber, dass sie in Notsituationen auch schon mal Elektrokardiogramme zur Beurteilung verschicken.

Weitere Boom-Märkte von WhatsApp sind Brasilien, Indien, Mexico und Russland.

Vertraulichkeit

WhatsApp ist kein so genannter Crypto-Messenger und so kam immer mal wieder, insbesondere in der jüngeren Vergangenheit, die Frage nach der Datensicherheit auf. Das Unternehmen betont immer wieder, welches hohe Maß an Vertraulichkeit in diesem Bereich gefragt ist.

WhatsApp sammelt keine Daten, wie Name, Geschlecht, Adresse oder Alter. Die Anmeldung erfolgt unter der Telefonnummer und kommt ohne Passwörter oder Benutzernamen aus. In Frage der Sicherheit hat sich WhatsAapp aber entwickelt: seit kurzem ist da eine neue Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp da.

Mark Zuckerberg. flickr / Wired Photostream / CC BY 2.0

WhatsApp + Facebook = ♥

Daten sollen in Zukunft ungehindert zwischen Facebook und WhatsApp hin und her getauscht werden können. Hierzu hat WhatsApp seine Nutzungsbedingungen geändert und jeder Nutzer hatte die Möglichkeit innerhalb einer kurzen Frist diesen Nutzungsbedingungen explizit zu widersprechen. Hat man das als User verpasst, gelangen sämtliche Daten von WhatsApp an den Mutterkonzern Facebook.

 

Witzig wird das, wenn einem als WhatsApp-Nutzer plötzlich Leute als Freunde vorgeschlagen werden, die man nur einmal über WhatsApp angeschrieben hat.
Facebook stand aufgrund dieser Nutzungsänderung in der Kritik.

Marketing und Medien wirbeln nur Staub auf"

Mundpropaganda

Mundpropaganda war und ist der wichtigste Motor für Wachstum bei WhatsApp, da das Unternehmen diesen Erfolg ohne eigentliches Marketingbudget erreicht hat. Es gab auch nur ganz wenige Pressemitteilungen über WhatsApp, was Koum in folgenden Worten erklärte: "Marketing und Medien wirbeln nur Staub auf. Der Staub fliegt in die Augen und Sie werden nicht in der Lage sein, das Produkt zu nutzen."

Kenner der Messenger-Szene gehen davon aus, das zum einen der Fokus auf das Produkt, aber auch die Usererfahrung und das einfache Registrieren über seine Telefonnummer zum Erfolg beigetragen haben. Mund-zu-Mund Propaganda hat hier sein Übriges getan.

Facebook-Effekt

Nachdem es bekannt wurde, dass Facebook WhatsApp erworben hat, hat sich die Zahl der neuen Abonnenten um 25 Millionen Nutzer pro Monat erhöht.

Mark Zuckerberg Wie Mark Zuckerberg erklärt: "WhatsApp ist die einzige weit verbreitete APP von allen, was wir gesehen haben, in denen der Anteil der Beteiligung und die Zahl der täglichen Nutzer größer ist, als die von Facebook... Basierend auf unserer Erfahrung in der Entwicklung von globalen Services mit einem stabilen Wachstum und Benutzer Engagement, glauben wir, dass in den nächsten fünf Jahren WhatsApp eine Milliarde Nutzer erreichen wird."

Daher ist die Übernahme des Unternehmens, ohne Zweifel, ein guter Impuls für WhatsApp gewesen. Mehr als eine Milliarden Nutzer bestätigen das einmal mehr.

UPDATE. Es war nicht immer klar, wie das funktionieren sollte. Jetzt läutet WhatsApp die Monetarisierung ein

WhatsApp überschritt die kritische Masse der User millionenfach, jetzt wird Geld verdient. Neue Datenschutzrichtlinien bei WhatsApp kommen beiläufig daher, aber Sie sind die Voraussetzung, um aus Nutzern Kunden zu machen.

Facebook hat nicht ohne Grund ein Unternehmen á la WhatsApp geschluckt. WhatsApp hat jetzt mal so ganz nebenbei seine Datenschutz-Richtlinen geändert, so steht es im offiziellen Unternehmens-Blog. Die Geschäftsbedingungen wurden somit in vier Jahren zum ersten Mal geändert. Alles in Vorbereitung auf die zukünftige Monetarisierung.

Es gibt zwei wesentliche Änderungen.

Zunächst einmal wird es möglich sein, dass WhatsApp den Benutzern Nachrichten aller Art senden kann. WhatsApp ist immer noch NUR ein Mittel, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben und sich gegenseitig Nachrichten zu schicken. WhatsApp hat jedoch die Absicht, dass in Zukunft auch Firmen den Weg über WhatsApp zu den Benutzern finden.

Beispielsweise könnten dann Banken einen Teil der Nachrichten über den Messenger versenden oder Fluggesellschaften über künftige Verspätungen informieren. Alles auf sehr direktem Wege. WhatsApp plant diese neuen Features in den kommenden Monaten zu testen. Es ist noch nicht voraussehbar, wie effektiv diese Strategie ist, so macht das jedoch die Konkurrenz wie Line, Viber, WeChat, Kakao.

Die zweite Änderung in den WhatsApp Datenschutzbestimmungen betrifft die Übertragung von Daten aus und von Facebook in den Messenger. Trotz der Tatsache, dass WhatsApp und Facebook weiterhin separate Dienste sind, werden Informationen mit Facebook ausgetauscht "um die Funktionsweise beider Services zu verbessern..."

Die WhatsApp Benutzertelefonnummern geben jetzt den Werbetreibenden besser Möglichkeit für ein gezielteres Marketing. Wie es aus einem Blog von WhatsApp heißt, wird man in der Lage sein genaue Empfehlungen auch in der Freundesliste zu platzieren und gezielte Anzeigen zu schalten.

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